Privat

15-01-2019

eigentlich wollt ich das thema nicht mehr anschneiden aber es verfolgt mich im schlaf… dublin hat zwar das herzweh zumindest kurzfristig erleichtert aber grundsätzlich plagt es mich doch weil ich sowas schreckliches bis dato noch nicht erlebt hab.

freitag mittag musste ich mich entscheiden, wie s mit herrn hund weitergeht. nachdem die verdauung nach wie vor im arsch war und der kleine gefahr lief, am magen zu zerplatzen, der vom futter der letzten tage zum bersten gefüllt war, sah ich leider keinen anderen ausweg, der nicht von egoismus geprägt war. die letzten 24 stunden haben herr hund und ich quasi fell an haut verbracht. ich wollte ihn nicht von meiner seite lassen und irgendwie wollte er auch nicht gehen. meine tierärztin war dann so nett, uns den allerletzten termin zu geben damit vielleicht doch noch eine chance besteht, dass das cortison greift und den tumor zurückdrängt wobei dies eine lösung für tage oder maximal wochen gewesen wäre.

um 18.40 wars dann soweit. er ist zum letzten mal bei der tür rausgestürmt weils gassizeit ist. er ist zum letzten mal die stufen runtergesprungen… ich hab ihn nicht getragen, der krebs sollte nicht auf ganzer linie gewinnen. er ist zum letzten mal ins auto gestiegen. vor der tierarzttür ist er stehen geblieben, hat sich nochmals umgesehen als würd er die letzten augenblicke frische luft nochmal einsaugen wollen.

die ordi war bereits leer, wir kamen ja nach ordinationsschluss damit wir nicht warten müssen. im wartezimmer gabs nochmal n chicken nugget.. dann gings auch schon rein. ich hab mit der frau doc, die er abgöttisch geliebt hat, die varianten durchbesprochen, abgeklärt, obs irgendeine chance gibt aber alles in allem waren es nur riskante oder schmerzhafte varianten ohne aussicht auf besserung.

sie hat auch bestätigt dass es sich um einen bösartigen tumor handelt, der im darm sitzt und der im endeffekt für seinen tod verantwortlich sein wird. ich hab dann im vorhinein alles bürokratische erledigt und mich schon entschuldigt, dass ich, wenn alles vorbei ist, womöglich grusslos gehen werd. wir haben dann auch noch die zwei varianten der euthanasierung besprochen. hab mich für die langsame aber schmerzlose variante entschieden wohlwissend, dass es die schlimmste halbe stunde meines lebens sein wird.

zweimal wurde ich dann noch gefragt, ob ich das wirklich will… ich hab ihn nochmal fest in den arm genommen und geküsst… dann gings los. mein zwerg stand am boden vor mir als er in den oberschenkel das narkosemittel verpasst bekam. eine minute passierte nix. dann fing die hüfte hinten zu zucken an… zitterte immer stärker… herr hund sah mich an während ich ihm den hals kraulte und flüsterte dass alles gut wird… eigentlich wollt ich ihn da schon schnappen und schreiend rauslaufen aber es war bereits zu spät. kurz danach fing der ganze körper zu zittern an. ich erinnerte mich an unzählige netflix folgen über die todesstrafe.. doc beschwichtigte mich und meint, dass das normal ist, er keine schmerzen hat und nicht erschrecken soll, wenn er mich vollkotzt.

langsam rutschten seine beine weg und er legte sich hin… kurz danach „schlief“ er ein…

doc nahm ihn, legte ihn auf den op-tisch und meinte, ich hätte nun ein paar minuten zeit, mich zu verabschieden. sie möchte sichergehen, dass die narkose auch richtig wirkt. da lag es nun vor mir.. mein hund und ich in meinem elend. ruhig atmete er und ich flüsterte ihm tausende entschuldigungen ins ohr. noch nie hab ich mich so schuldig gefühlt. wie ein mörder.

doc meinte nun, dass die nächste spritze nun die atmung aussetzen lässt.. wir warteten und warteten. die atmung stoppte nicht. sie wurde mal flacher, hörte auf für 10 sekunden, startete wieder mit einem tiefen seufzen… er kämpfte bis zur letzten sekunde.. ich flehte ihn im stillen an, loszulassen, es gut sein zu lassen… rotzte den kleinen hundekopf mit tränen voll und wusste nicht ob ich umfallen soll… ich schaute doc fragend an und sie meinte dass das mittel nun für 30 kilo hunde gedacht sei. mein zwerg hatte 9,4 kilo….

„endlich“ hatte er seinen frieden gefunden und wir „konnten“ sein herz stoppen. kurz danach war es dann vorbei. unter tränen bedankte ich mich, flüchtete, setzte mich ins auto und weinte bitterlich….

ich hab soetwas schreckliches noch nie erlebt und ich will es auch niemehr wieder tun müssen

ich hoffe, er verzeiht mir…

es tut mir schrecklich leid

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