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Frauen wählten den Land Rover Defender zum Auto des Jahres

Während die männlich dominierte Jury des Car of the Year einen Kleinwagen zum Gewinner erkor, kürte ein weiblich besetztes Gremium den Land Rover Defender zum Sieger aller Klassen.

Die traditionsreichste Auszeichnung von Autos stammt aus Europa, heißt Car of the Year und wurde 1964 gegründet (erster Titelträger: Rover 2000).

CotY ist auch über die Jahrzehnte ein ziemlicher Herrenklub geblieben: Unter den 59 Jury-Mitgliedern aus 22 Ländern sind nur fünf Frauen (eine davon aus Österreich). Im heurigen Jahr kam man zu dem Ergebnis: Das Auto des Jahres heißt Toyota Yaris.

Die Gegenveranstaltung zur männlich geprägten Schule wurde 2009 von der neuseeländischen Motorjournalistin Sandy Myhre ins Leben gerufen: das Women’s World Car of the Year (WWCOTY).

Seither bestimmen mittlerweile 50 Jurorinnen aus 40 Ländern, welche Autos sie für die besten halten – „bloß keine Frauenautos!“, stellte die Gründerin gleich klar, sondern solche, die nach Kriterien wie Sicherheit, Qualität, Preis, Design, Umgänglichkeit und Umweltverträglichkeit ermittelt werden. Aus den Gewinnern von sieben Kategorien – sie reichen von Urban (Peugeot 208), über Familie (Škoda Octavia), Luxus (Lexus LC 500) und Performance (Ferrari F8 Spyder) bis zu Elektro (Honda e) und SUVs in drei Größenklassen (Peugeot 2008, Land Rover Defender, Kia Sorento) – wurde am gestrigen Weltfrauentag der Sieger aller Klassen gekürt: Der Toyota Yaris ist es nicht darunter. Wenn man so will: Das ziemliche Gegenteil zu dem Kleinwagen, nämlich der Land Rover Defender.

Einzige Jurorin aus Österreich ist die Medienschaffende Petra Walter, die seit 2018 beim WWCOTY ihre Stimme abgibt. Sie berichtet, dass es im Pandemiejahr 2020 schwierig war, hinters Lenkrad aller nominierten Autos zu kommen – dies ist aber Voraussetzung für eine Stimmabgabe, sonst lässt man das Auto eben aus (wie etwa den Ford F-150, der hauptsächlich in den USA eine Rolle spielt). Walter modelte beim Magazin „Woman“ vor gut 15 Jahren die „Techno-Kiste“ in eine Autorubrik um, betreibt einen Blog namens Autofrau und leitet, kundig nicht zuletzt als Mutter zweier Buben, das einzige Familienauto-Magazin im Land.

Sie hält es für erwiesen, dass „in Familien die Kaufentscheidungen in Frauenhänden“ liegen, „allgemein und auch beim Auto“. Industrie und Fahrzeughandel hätten dem schon Rechnung getragen, wenn auch noch nicht befriedigend. „Beim Mystery-Shopping wendete sich der Verkäufer immer noch stur an den Mann, obwohl die Frau das Interesse signalisierte.“

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