Privat

hach bib….

seit ich da letztens über die cds, die bilder gestolpert bin, sitzt mir wieder im nacken. jetzt war ich gestern bei meinen freunden eingeladen. die haben grad eine europa-tour hinter sich und haben zum welcome bbq geladen. grundsätzlich nix verkehrtes. tja dann waren da die fotos aus paris… der eiffelturm, der louvre, die seine, montparnasse, montmatre… alles war irgendwie wieder greifbar.

ich sah dich quasi vor mir in deinem luftigen sommerkleidchen und den stiefeln, die damals wohl jeder trug. du warst so wunderschön. dein unbeschwertes lachen, dein think pink gehabe… es war eine wundervolle woche mit dir in paris, ich möchte sie nicht missen.

du hast selbst die schäbigste jugendherberge, und bei gott, es war das schäbigste bett in dem ich je gepennt hab, zu einer wolke gemacht. ich muss nur kurz die augen schliessen und seh dich vor mir… dein lachen, das glänzen in den augen und dein gesäuseltes „bonjour“

ich glaub, meine eltern wissen bis heute nicht, dass wir damals nicht in deutschland gearbeitet sondern ne woche demonstriert und party gemacht haben. gut, der grund war ja wirklich sehr löblich. auszubüxen um gegen die atombombentests zu protestieren bringt sicher karmapunkte die dann wieder wegsind, wenn man feststellt, dass wir bei dem ganzen demodings grad mal einen tag dabeiwaren. den rest sind wir hand in hand durch die stadt gezogen, haben billigen wein aus tetrapaks gesoffen, wurden von polizisten von grünflächen verjagt… lags am fusel, am rumgeknutsche oder was auch immer…

paris war damals eine richtig dreckige stadt… müll überall, alles hat gemieft… doch du warst mein sonnenschein. es gibt momente von denen man sich wünscht, sie würden nie enden. umarmungen, küsse, augenblicke… derer haben wir viele gesammelt, für ein ganzes leben und mehr….

verdammt, ich weiss noch, als wir in dieses, keine ahnung, 10-bett zimmer reinstacksten. schäbige orange tapeten die sich teilweise von der wand lösten. du hast nur meinen erschrockenen gesichtsausdruck gesehen, mich mitgezogen und gemeint „wir teilen uns das bett, ich will hier nicht alleine schlafen“

du hast mich verstanden, gelesen wie in einem offenen buch… du kanntest meine gedanken noch bevor ich sie zu ende gedacht habe. ich wünschte, diese unbeschwertheit wäre geblieben. ich wünschte, du wärst geblieben… doch wer weiss, vielleicht war es einfach die zeit, das leben, du und ich…

wir hatten nicht viel zeit gemeinsam… ein paar wochen in denen wir in uns draussen beim charly treffen mussten um uns zu küssen damit uns niemand sieht bis wir im stadtgraben die kleine nische unter der fussgängerbrücke fanden. ich war davor nicht dort… danach nur ein paarmal wenn ich zuhause spazieren gegangen bin. hab gehofft dich zu sehen, weil du vielleicht, genau wie ich, von der sehnsucht gezogen wirst…

das ist aber hollywood, das ist nicht das leben. das leben hat seine bahnen gezogen, uns angetrieben, fortgetrieben, voneinander… nichtsdestotrotz liebe ich deine bilder auf facebook. war überrascht, dass du mich nach all den jahren gesucht und auch gefunden hast. paris wird ewig mit dir verbunden sein… mit unserer woche… unserer zeit, so unendlich, so schön, so geschaffen für die ewigkeit…

ich küsse dich – immerzu

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