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Hungrig: Plug-In-Hybrid Jaguar F-Pace 400e im Test

Für die Modellpflege des F-Pace stellt sich Jaguar mit einer überarbeiteten Kabine und einem Plug-in-Hybrid-Antrieb auf. Die Grundtugenden des Modells bleiben.

Es war ein herber Umstieg vom Mercedes in den Jaguar. Der Mercedes (EQA, Test) fährt großenteils von alleine. Der Jaguar dagegen will einen aktiven Fahrer. Genau das ist seine Nische. Es ist mir bewusst, dass gute Fahrbarkeit in einem SUV nicht die höchste Priorität hat, doch es gibt eben Kunden, die genau das wollen, weil sie zum Beispiel Rückgratprobleme mit schwerpunktgünstigeren, tieferen Sitzen erleben.

Der F-Pace fährt für seine Größe und Höhe erstaunlich gut. Man sieht viel, vor allem den Kurvenausgang (leider überhaupt keine Selbstverständlichkeit). Das Chassis vermittelt ein gutes Gefühl vom Fahrzeug, von Position und Zustand jedes Rades. Lenkrad und Pedale geben viel Feedback. Das Auto steht daher weit in jener Nische, in der sonst noch Alfa-Romeos Stelvio (Test) Freunde sucht: gute Straßenlage, viel aktive Fahrfreude und ein Allradantrieb, der dir klar sagt, wofür er gebaut wurde: Asphalt. Diese Ausrichtung hat der F-Pace mit der Modellpflege behalten. Neu dazu kamen eine generalüberholte Kabine und ein PHEV-Antrieb mit DC-Schnelllader.

Auf dem Papier liest sich Jaguars Antrieb recht gut: 297 kW (404 PS) Systemleistung, 17,1-kWh-Batterie, DC-Schnellladung mit bis zu 32 kW, 105-kW-Elektromotor. Beim ersten Betrachten zeigen sich jedoch bereits die Kompromisse, die Jaguar aus verschiedenen Gründen einging. Hinten im Kofferraum gibt es keine Stufe. Das ist gut. Es gibt dafür eine steile Rampe, direkt an der Ladekante. Das ist nicht so gut. Wenn Ladung auf diese Rampe rutscht, können Sie recht sicher davon ausgehen, dass diese beim nächsten Kofferraum öffnen auf die Straße klatscht. Eine Stufe wäre hässlicher, hätte zumindest das jedoch verhindert.

Beim DC-Schnellladen maß ich bis über 27 kW Ladeleistung. Jaguar gibt als Optimum 32 kW an, und einen Zeitraum von 10 bis 80 Prozent von unter 30 Minuten. Das klingt zunächst ganz gut, doch der Jaguar verbraucht über 37 kWh / 100 km brutto im zaghaften elektrischen Betrieb bei maximal 100 km/h auf der Landstraße (siehe Verbrauchsdaten im Datenblatt). Die 17,1 kWh sind zudem der Bruttowert der Batteriekapazität. Netto stehen 13,8 kWh zur Verfügung. Damit schafft der F-Pace nur wenig mehr als die deutsche Durchschnitts-Tagesfahrleistung von 37 km rein elektrisch. Zumindest kommt die Reichweitenschätzung im Tacho meistens hin. Bei mir zeigte sie 43 bis 46 km. Für den DC-Stecker heißt das: Er lädt bis 80 % mit unter 1 km/h. Dafür bräuchte der 400e nun wirklich keinen Schnelllader blockieren, und mir fällt keine Situation ein, in der ich Strom mit DC-Aufschlag für dieses Auto kaufen wöllte. Sinnvoller wäre ein 22-kW-AC-Ladegerät gewesen, mit dem der F-Pace die vielen urbanen AC-Säulen effektiver nutzen könnte.

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