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Macan GTS greift F-Pace und X3 M an

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Der Porsche Macan GTS übernimmt die Führung in seiner Baureihe und will den BMW X3 M Competition und den Jaguar F-Pace P 550 AWD SVR nicht nur auf der Rennstrecke abhängen. Ring frei für den Vergleichstest!

Der BMW X3 M Competition, der Jaguar F-Pace SVR und der Porsche Macan GTS kämpfen in diesem Vergleichstest auch um Rundenrekorde auf der Nordschleife. Die M GmbH, die Special Vehicle Operations aus Großbritannien – kurz SVR – und die bekanntermaßen ohnehin frei denkende Zuffenhausener Sportwagenmanufaktur haben ihre friedlichen Mittelklasse-SUV mit Sportwagen-Genen angereichert und beeindruckende Kreation geschaffen. Wir gönnen uns ein paar Runden am Limit auf der Nürburgring Grand-Prix-Strecke. Ring frei für die drei Sportwagen im Tarnkleid. 

BMW X3 M, JAGUAR F-PACE P550 & PORSCHE MACAN GTS IM VERGLEICHSTEST

Über den Sinn hochdynamischer SUV muss man nicht diskutieren, über ihre Fähigkeiten allerdings schon. Fakt ist: Sie sind schnell – und das nicht nur auf der Geraden. Alle drei Kandidaten in diesem Vergleichstest sind ein Erlebnis im Grenzbereich und einem Besuch auf der Rennstrecke nicht abgeneigt. Beginnen wir mit dem Briten. Ein massives Sport-SUV, das, wenn alle Sportparameter scharf gestellt sind, von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird – im, wenn es geht, bestgemeinten Sinn. Dann legt er seine entspannte Landstraßenattitüde ab, strafft die Dämpfung, schärft den Antrieb auf Spontanität und öffnet die Schalldämpfer, um den drückenden V8-Schlag mit wenig Widerstand ins Freie grollen zu lassen.

Der Jaguar F-Pace P550 AWD SVR erarbeitet sich gleich einen emotionalen Zugang. Seine Lenkung ist für einen präzisen Radius jedoch etwas zu leichtgängig und die Reaktion der Vorderachse etwas übereifrig. Aber dennoch hat die Jaguar-Spezialabteilung das Set-up mit dem feinen Grenzbereich der breiten Michelin-Pneus extrem verlässlich ausgelegt. Der Jaguar F-Pace P550 AWD SVR ist mit seinem einsetzbaren, leicht provozierbaren Übersteuern sehr unterhaltsam unterwegs, in diesem Vergleichstest jedoch nicht der Bestzeitenjäger. Die kommen aus München und Stuttgart.

Den BMW X3 M Competition kennen wir – und lieben ihn. Weil er die Vernunft seiner Baureihe abgelegt hat. Weil sein Limit ein Ritt auf der Rasierklinge ist. Weil er ein Auto für ruhige, versierte Händen ist. Weil sich mit ihm alles schnell anfühlt: Bremsen, einlenken, herausbeschleunigen. Kaum ein Sportwagen vermittelt ein so intensives Gefühl wie der X3. Er ist ein Auto, mit dem man am liebsten pur fährt ohne störende Impulse einer zwar sehr feinfühligen, aber dennoch bevormundenden Regelelektronik. Nur dann lässt er sich präzise an den Scheitelpunkt führen und informiert erheblich klarer über sein Limit. Er bleibt auf der Suche nach der Ideallinie lange neutral und reagiert auf einsetzende Leistung beim Herausbeschleunigen mit einem wunderbar sanftem Übersteuern in bester Sportwagenkultur.

Wer aber zu viel Drehmomentgewalt in den Antriebsstrang schickt, sollte wissen, wie ein quertreibendes Fahrzeug zu beruhigen ist. Alle anderen lassen – wenn sie einen Rennstreckenausflug machen – besser die Finger von der DSC-Taste (ESP). Die Rundenzeit, die der BMW X3 M Competition hinlegt, beeindruckt: Er ist fast drei Sekunden schneller als der schon sehr zügig um die Ecken feilende Brite. Aber da ist ja noch der Porsche. Der Porsche Macan GTS fährt, obwohl er mit seinen 440 PS und 550 Newtonmetern im Vergleich zu den deutlich stärkeren Rivalen fast schon Zurückhaltung predigt, ebenso schnell wie der Competition, weil er den Leistungsüberschuss des BMW mit den höheren Kurvengeschwindigkeiten locker wieder ausgleicht.

Als GTS ist der Macan ohnehin schon ein Präzisionswerkzeug. Mit dem optionalen GTS-Sport-Paket, das auf Knopfdruck Luftfederung, Lenkung und Antrieb maximal auf Dynamik kalibriert, und den extrem gut auf den GTS abgestimmten Pirelli P Zero Corsa-Reifen, die für einen unvergleichlichen Grip sorgen, bleibt er auf dem GP-Kurs in jeder Kurve überlegen. Dass er dabei auch noch ausgesprochen intensiv kommuniziert und narrensicher Bestzeiten sammelt, zeigt, dass die letzte Evolutionsstufe des Porsche Macan ein echter Sportwagen ist – zumindest als GTS. Etwas mehr Leistung würde ihm aber gut stehen. Zwar benötigt er für diese Vorstellung aus der Preisliste alle Dynamik-Optionen inklusive der massiv verzögernden Karbon-Keramik-Bremse, doch das lässt sich verschmerzen, weil die Konkurrenz in der Basis ohnehin deutlich teurer ist.

MOTOR/GETRIEBE: DIE GERADE GEHÖRT DEM BMW X3 M COMPETITION

Wie gesagt, im direkten Vergleich fehlt dem Porsche Macan GTS der intensive Punch aus dem Drehzahlkeller, mit dem ihm die Konkurrenten davonfahren. Der V6-Biturbo schiebt den Macan im Vergleichstest durchaus füllig an, findet seinen Wohlfühlbereich aber eher bei mittleren Drehzahlen oder beim lustvollen Rumtoben am Drehzahllimit. Das gut aufgelegte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet dabei punktgenau und schafft es, die fehlende Leistung hier und da gekonnt zu kaschieren. Die bei spontanen Leistungsabfragen jedoch spürbaren Schaltvorgänge überblenden die beiden Achtstufen-Automatik-Getriebe von Jaguar F-Pace P550 AWD SVR und BMW X3 M Competition aber erheblich eleganter und erledigen im Performance-Modus Gangwechsel ebenso schnell. V

on irgendeiner Zurückhaltung ist beim Reihensechszylinder-Biturbo nichts zu spüren. Der BMW hängt extrem intensiv am Gas, trompetet frivol mit bissigen 510 PS ans Drehzahllimit und stürmt mit unbändig von unten herauspressenden 650 Newtonmetern auf jede Gerade hinaus. Dass er den Porsche Macan GTS damit locker abhängt, ist keine Überraschung, aber dass er auch dem Jaguar F-Pace P550 AWD SVR mit dessen gewaltigen Kraftausbrüchen seines 550 PS starken und 700 Newtonmeter produzierenden Fünfliter-Kompressor-V8 Paroli bieten kann, zeigt, welches Potenzial im Sechszylinder des BMW X3 M Competition steckt. Zumal er auch noch sparsamer arbeitet als der Treibsatz des Briten und nicht mehr verbraucht als der schwächere, allerdings kultiviertere V6 des Porsche.

FAHRKOMFORT: FEINES ANSPRECHVERHALTEN IM PORSCHE MACAN GTS

Der Porsche Macan GTS erfüllt die vom Werk verordneten sportlichen Ansprüche nicht nur in puncto Motorabstimmung überaus kultiviert. Er ist, obwohl er wunderbar vollmundig klingt, extrem leise unterwegs. Abroll- und Windgeräusche fallen im Vergleichstest mit dem Bayern und dem Briten erheblich geringer aus. Seine Sitze verzichten zudem auf enge Seitenwangen wie die der SVR-Sportschalensitze und verwöhnen lieber mit etwas mehr Komfort und einer entspannteren, weil längeren Schenkelauflage. Nur die exzellenten M-Sportsitze des BMW X3 M Competition bieten eine noch bessere Bandbreite zwischen gediegenem Langstreckenkomfort und vertrauensvollem Seitenhalt im Grenzbereich.

Die guten Sitze hat der BMW aber auch nötig. Seine kompromisslos auf Dynamik getrimmte Fahrwerksabstimmung ist schlicht zu hart – da ist es gut, wenn zumindest die Sitze das mitunter bockige Treten der Hinterachse entschärfen. Im Komfort-Modus des Stahlfederfahrwerks mit adaptiven Dämpfern kommt der Aufbau selbst auf gut gepflegten Asphaltbändern kaum zur Ruhe. Etwas Abhilfe schafft der Wechsel in den Sportmodus. Der Jaguar F-Pace P550 AWD SVR reagiert deutlich sanfter und ruhiger auf Bodenwellen. Lediglich hervorstehende Kanten kann er bei niedrigem Tempo nicht sonderlich gut verarbeiten.

Dort, wo sich der BMW X3 M Competition auf Kanten und Wellen vertritt und ins Stolpern kommt und der Jaguar auf Querfugen zuckt, bleibt der Porsche Macan GTS gelassen. Seine Luftfederung findet im Dialog mit den adaptiven Dämpfern immer eine passende Antwort auf alle Unwegsamkeiten. Das feine Ansprechverhalten sorgt bei Citytempo, bei dem sich weder der BMW noch der Jaguar F-Pace P550 AWD SVR wirklich wohlfühlen, für entspanntes Dahingleiten. Grobe Wellen absorbiert das Fahrwerk mit beeindruckender Ruhe, ohne die Karosserie in unnötige Schwingungen zu versetzen. 

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