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Panorama: Offroad-Tour durch Westpolen

Eine normale G-Klasse war ihm zu wenig. Für seine Abenteuerausflüge hat sich Hubsi deshalb lieber Portalachsen unter seinen panzergrünen Vierkant aus Graz geschraubt – „wegen der besseren Bodenfreiheit.“ Von den Reifen grob wie Zahnräder auf den weit auseinander gerückten Felgen und der Winde am Bug ganz zu schweigen. Denn Hubsi nimmt die Sache mit dem Geländewagen wörtlich und ist einer von rund einem Dutzend Menschen, die sich an diesem herbstlichen Wochenende durch die Wälder Westpolens kämpfen.

Mit hartgesottenen Geländewagen wie dem Toyota Land Cruiser, dem Nissan Patrol, einem klassischen Land Rover und zwei Puchs aus der militärischen Großfamilie der G-Klasse im Schlepptau. Und dem neuen Defender, der hier allerdings nur auf Bewährung mitfahren darf.

Während der Vorgänger über alle Zweifel erhaben war und sich in über 60 Jahren den Ruf eines Autos erworben hat, das überall durchkommt, haben die Petrolheads hier in Polen so ihre Zweifel an dem neumodischen Rechner auf Rädern, der im letzten Jahr die Nachfolge der Legende angetreten hat. Elektronisch geregelter Allradantrieb, Luftfederung und ein halbes Dutzend Fahrprogramme statt mechanischer Sperren und Startachsen? „Den schicken wir nach einem Tag wieder nach Hause “, sagt Elmar mit einem leicht genervten Kopfschütteln, bevor er in seinen klapprigen Toyota steigt.




Und Elmars Wort ist hier Gesetz. Schließlich ist er der Guide auf einer Tour, für die alle anderen dem Veranstalter Abenteuer 4×4 knapp 1.000 Euro pro Team überwiesen haben. Deshalb stauen sich jetzt ein Dutzend Dreckskarren mit ihren nicht minder schmutzigen Fahrern im nirgendwo zwischen Stettin und Walcz und sind gespannt, welche Abenteuer da auf sie zu kommen. Und die beginnen keine 500 Meter, nachdem der Tross die Hauptstraße verlassen hat. Kaum vom Asphalt runter, endet auch der Schotter; die Truppe steht im mannshohen Gebüsch und kämpft sich durch eine feuchte Weise. Oder versucht es zumindest. Denn noch ehe die erste Stunde verstrichen ist, springen die ersten Teilnehmer in den knietiefen Schlamm, nesteln Seile aus ihrer Winde und schleppen sich mit eigener Kraft wieder zurück auf festes Terrain – und ja, auch der neue Defender hängt hier am Haken, befindet sich dabei aber in guter Gesellschaft. Denn außer Hubsi mit seinem aufgebockten G kommt hier keine ohne Hilfe heil wieder raus.

Nachdem sich alle aus eigener Kraft oder am fremden Seil aus dem Dreck gezogen haben, geht es weiter durchs Unterholz, über abgeerntete Felder und durch dichte Wälder – immer über Stock und Stein und gerne auch über steile Kuppen.

„Genau deshalb sind wir hier“, sagt Elmar in einer Pause und lässt den Blick über die polnische Pampa schweifen. Denn während in Deutschland die Freiheit der Fahrer mit dem Asphalt endet und die Off-Roader allenfalls in paar Kiesgruben spielen dürfen, ist hier im Osten noch vieles erlaubt. Ja, auch diese Reviere werden kleiner und die Förster kritischer, räumt Elmar ein. Aber seine lokalen Guides sind gut genug vernetzt, dass seine Schützlinge hier mehr Schmutz finden, als ihnen und ihren Autos lieb ist.

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Source
welt.de
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