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Praxistest Jaguar F-Pace D300: Vom Privileg, einen Diesel zu fahren

Dieser Tage ist oft vom „Dieselprivileg“ zu hören, das eine wie auch immer zusammengesetzte künftige Regierung doch bitte abschaffen solle. Gemeint ist damit die steuerliche Begünstigung des Selbstzünder-Kraftstoffes gegenüber Benzin. Sollen sie doch, mag da der Fahrer eines Jaguar F-Pace D300 denken. Wer mindestens 70.000 Euro für sein Diesel-SUV hingelegt hat, steckt mit Freuden auch ein paar Cent mehr pro Liter in den Tank. Weiß er doch, dass die wahren Privilegien seines noblen Gefährts weder steigende Kosten noch dieselhysterische Ideologen schmälern können.

Verbrauch

Der Diesel ist tot. Es lebe der Diesel! Unterwegs im Jaguar F-Pace D300 geistert dieser Gedanke beständig durch den Kopf, sobald man das Gaspedal betätigt. Ob beim Stop-and-Go-Bummel durch den Stadtverkehr, im blitzschnellen Antritt auf der Landstraße oder dem ebenso komfortablen wie kraftvollen Dahingleiten auf der Langstrecke – das ein technisches Meisterstück wie dieser seidenweiche Sechszylinder-Selbstzünder schon bald zum politisch gewollten Alteisen gehören soll, will angesichts der allgemeinen Diesel-Miesmacherei dem Sachverstand nicht einleuchten. Dabei ist der neue Ingenium-Motor dank Mild-Hybridisierung und moderner Abgastechnik nun sauberer und sparsamer als je zuvor. Ein Riemen-Startergenerator rekuperiert beim Bremsen und Lupfen des Gaspedals Energie, die von einem 48-Volt-Lithium-Ionen-Akku aufgefangen und beim Beschleunigen wieder abgerufen wird. Macht unterm Strich einen WLTP-Normverbrauch von 6,9 Litern, den wir bei unseren mehrheitlich zügigen Fahrten über Landstraße und Autobahn mit einem Durchschnitt von 7,8 Litern sogar annähernd erreichten.




 

Fahrverhalten

Vorausgesetzt, man lässt sich nicht zu wilden Tempo-Arien hinreißen, was zugegeben nicht immer leicht fällt. Denn der Dreiliter-Diesel ist eine wahre Zugmaschine, die willig und geschmeidig am Gas hängt. Wie ein Bluthund zerrt das über zwei Tonnen schwere SUV mit seinen maximal 650 Newtonmetern Drehmoment schon ab 1500 Touren an der Leine und stürmt, sobald man ihn lässt, mit Macht nach vorne, ohne dabei jedoch die britisch-kontrollierte Haltung zu verlieren. Für ein sicheres und kommodes Handling sorgt trotz des hohen Aufbaus und Gewichts die präzise Lenkung, ein auf den Punkt komfortabel abgestimmtes Fahrwerk sowie ein serienmäßiger Allrad, der die Antriebswucht zu bändigen weiß und den Kraftfluss verteilt, wie und wo er gerade gebraucht ist. Wer den Heißsporn geben will, wählt dazu den Dynamic-Modus, der die Gasannahme sensibilisiert, Lenk- und Dämpferraten strafft und die Gänge höher zieht. Die Achtstufen-Automatik harmoniert prächtig, wechselt schnell und aufmerksam die Gänge und sorgt für ein nahtloses Fortkommen.

Abmessungen

Apropos: Statt des bisher beim Start spektakulär ausfahrenden Drehzylinder gibt es für das Automatik nun wieder einen konventionell gestalteten Wählhebel. Einen Hauch Exklusivität erzeugt der „Drive Selektor“ immerhin noch durch einen angenehm handschmeichlerischen Lederbezug mit Ziernaht. Im Gebrauch etwas sperrig hingegen ist die Funktion, dass fürs Gangeinlegen stets eine „unsichtbare“ Taste hinter dem Knauf gedrückt werden muss. Bei schnellen Rangier-Manövern führt das anfangs schon mal zu nervig-nervösen Verzögerungen und erst nach etwas Übung hat man den Wagen im Wortsinne im Griff. Wie bei einem 4,75 Meter langen SUV mit 2,87 Meter Radstand nicht anders zu erwarten, fällt der Innenraum geräumig aus. Auch die Rücksitze bieten bequem Platz und trotz abfallender Dachlinie ausreichen Kopffreiheit für große Passagiere. Der Kofferraum fasst im Normalzustand anständige 540 Liter, die auf maximal 1428 Liter erweitert werden können. Neben dem klassischen Interieur in Lack und Leder haben die Briten diesmal größte Sorgfalt auf die Details gelegt. Ob offenporiges Holz, gebürstetes Aluminium, Applikation in Klavierdeckel-Optik oder die präzise geätzten Lautsprechergitter und metallisch gerändelten Drehschalter für Heizung und Lüftung – der Feinschliff ist überall zu sehen und zu spüren. Auch 20-fach einstellbare Massagesitze oder die dezente Ambientebeleuchtung sprechen für sich. Und nicht nur in Pandemie-Zeiten willkommen ist die Luft-Ionisierung, die ultrafeine Partikel und Allergene aus der Kabinenluft filtert.

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Source
auto.de
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