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Unterwegs mit dem Jaguar F-Pace

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Mehr Aufregung und Individualität im Segment der Luxus-SUVs: Der Jaguar F-Pace ist anders als die anderen, aber ist er auch besser?

Wer 80.000, 90.000 Euro für ein schönes SUV aufwenden kann (oder es gar als Firmenwagen gestellt bekommt), darf sich einerseits glücklich schätzen. Andererseits dürfte er/sie gerade in diesem Segment auch die Qual der Wahl plagen. Für gut Betuchte hat die Autoindustrie, allen voran die Premium-Hersteller, nämlich viel mehr übrig als für Sparfüchse. Mehr noch: Am Ende laufen Besserverdienende gar Gefahr, zwar viel Geld in ein Auto investiert, aber aus der Masse des Angebots heraus eben doch nicht das Besondere, Individuelle, Aufregende gefunden zu haben.

Bewegen wir uns also auf der Suche nach einem der letzten Abenteuer in der Autowelt jenseits der von Audi. BMW und Co. ausgetretenen Pfade. Begeben wir uns auf eine Expedition ins Tierreich, genau gesagt zur Edelmarke Jaguar, wo man sich Exklusivität seit jeher auf die (englischen) Fahnen schreibt. Was nicht heißt, dass sich der Traditionshersteller, übrigens offiziell Hoflieferant des englischen Königshauses, der Moderne gänzlich verschließen würde. Auch bei den Briten ist das Elektro-Zeitalter angebrochen. Der Jaguar F-Pace, um den es in diesem Test gehen soll, war das erste Jaguar-Modell mit einem Plug-In-Hybrid-Antriebsstrang.

404 PS, 640 Newtonmeter

Als P400e kombiniert der Wagen einen Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor mit einer E-Maschine. Zusammen beamt das Duo die Systemleistung auf 404 PS und 640 Newtonmeter. Was im Alltag entscheidender ist als die nackten Leistungsdaten: Das Traumpaar harmoniert wie Charles und Camilla. Der Elektromotor, der allein schon 105 kW auf die Antriebswelle schickt, ist bei allen Beschleunigungsvorgängen Gold wert. 5,3 Sekunden, länger dauert der Sprint auf Landstraßentempo trotz 2,2 Tonnen Lebendgewicht nicht. Der Elastizitätstest von 80 auf 120 km/h, typisch für Überholvorgänge, nimmt kaum mehr als drei Sekunden in Anspruch. Auf der Langdistanz spielt dagegen der Benziner seine Stärken aus. Er hält jedem Autobahn-Tempo Schritt und ist ein Garant gegen jede Reichweitenangst.

Ganz frei von den konstruktionsbedingten Nachteilen ist aber auch dieses PHEV-System nicht. Verglichen mit dem „normalen“, nicht-hybridisierten Vierzylinder (selbst wenn der Vergleich hinken mag) fällt vor allem das enorme Zusatzgewicht von 292 Kilogramm ins Auge. Kaum weniger schwer wiegt der Verlust an Kofferraumvolumen durch die Batterie, der satte 174 Liter beträgt. Zusätzlich unangenehm in der Praxis: Der Laderaumboden fällt zur Ladekante hin einigermaßen steil ab, was einerseits die Beladung nicht eben erleichtert, andererseits beim Wiederöffnen der Heckklappe das Risiko birgt, dass Gegenstände herausfallen. Und nicht zuletzt geht die PHEV-Technologie zu Lasten der Anhängelast. Die beträgt in dem Modell mit Stecker 2000 Kilogramm, in dem ohne 2400 Kilogramm – für Besitzer von Wohnwagen und Pferde- oder Bootsanhängern oft ein Killerkriterium.

Der Jaguar überzeugt im kombinierten Betrieb

Das rein elektrische Fahrvergnügen ist im Jaguar P400e ein eher begrenztes und entspricht kaum noch dem State-of-the-Art. Maximal 59 Kilometer, dann muss die Katze wieder an die Steckdose oder auf den reinen Verbrennermodus umsteigen. Dann ist allerdings Schluss mit Samtpfoten. Nichts zu meckern gibt es dagegen im kombinierten Betrieb: Im Test luden wir den Jaguar bei jeder halbwegs günstigen Gelegenheit auf (Supermärkte, E-Parkplätze, Privathaushalt) und kamen so auf einen Verbrauch von unter dem Strich weniger als sieben Litern Benzin. Der Normverbrauch beträgt nur 2,4 Liter Sprit. Zu schön, um wahr zu sein.

Apropos Schönheit: Das ist die Disziplin, in welcher der Jaguar P400e gegen die Konkurrenz die wohl besten Karten hat. Die Frontansicht mit tief gezogener Motorhaube, superflachen LED-Scheinwerfern, einem majestätischen Grill (mit mittigem Emblem) und riesigen Lufteinlässen sucht ihresgleichen. Der ikonische „Leaper“, die springende Raubkatze, ziert die seitlichen Lüftungsschlitze. Fast übertrieben bullig wirkt das Heck, aber als quasi-royale Automarke darf man auch mal ein bisschen dicker auftragen. Das gilt auch fürs Interieur, das von offenporigen Hölzern, Klavieroptik sowie hochwertigen Glas- und Metallelementen geprägt ist. Die Klarheit in der Interieurstruktur unterstützt auch die Bedienung des F-Pace, die weitgehend intuitiv und ohne große Eingewöhnung gelingt.

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