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Volvo S60 als Plug-In-Hybrid: Ein leiser Schwede, der auch laut werden kann

Es gibt noch Limousinen: Volvo bietet mit dem S60 ein interessantes Modell an. Jetzt auch als Plug-in-Hybrid, der verdienstvoll seine Arbeit verrichtet, wenn man ihn verlässlich auflädt. Sonst kann’s laut werden.

Wien. Man ist beim ersten Anblick des Volvo S60 fast ein wenig irritiert: So etwas gibt es noch? Eine ganz normale Limousine in einer Welt der SUVs? Ja, sie wird noch gebaut und tritt selbstbewusst gegen die verbliebenen Mitbewerber von Audi (A4), Mercedes (C-Klasse) und BMW (3er) an.

Diesen Volvo S60 T8 AWD Recharge Polestar Engineered zeichnen zwei Dinge aus: Er hat ein Plug-in-Hybridsystem an Bord und ist deswegen (und wegen des Allradsystems) auch entsprechend schwer. 2027 Kilogramm Eigengewicht sind schon die Dimensionen eines SUV – nicht des kleinsten.

Solang man den Akku geladen hat, ist das nicht wirklich ein Problem. Dann kommen zu den 318-Verbrenner-PS noch 87 Elektro-PS, gemeinsam bewegen beide Antriebe den S60 recht flott und schnittig. Vermutlich wegen des Gewichts etwas strammer abgestimmt, als man sich das von einer Volvo-Limousine erwartet. Wenn’s sein soll, ist man in 4,4 Sekunden auf 100 km/h.

Ist aber die Batterie leer, tut sich der S60 schwer. 318 PS klingt zwar viel, der Zweiliter-Vierzylinder-Benzinmotor muss sich aber hörbar anstrengen, wenn man die Limousine sportlicher bewegt. Das ist eine natürliche Beschleunigungs- und Geschwindigkeitsbegrenzung, die weit unter den 180 km/h liegt, mit denen seit vergangenem Jahr alle Volvos limitiert sind (was ohnehin nur in Deutschland oder beim freien Fahren in Spielberg Relevanz hat).

 

Man ist also gut beraten, den 11,6-kWh-Lithium-Akku stets zu Hause aufzuladen. An der Steckdose in der Garage dauerte das knapp über sechs Stunden (auf 100 Prozent), am 3,7 kW-Schnelllader nicht ganz vier Stunden. Dann gleitet man lautlos vollelektrisch in die Arbeit – und auch wieder zurück. In unserem Test schaffte der S60 bei zurückhaltender Fahrweise und trotz kühler Temperaturen 53 Kilometer im rein elektrischen Betrieb, bevor er wieder an die Steckdose musste.

Wenn man das regelmäßig macht, pendelt sich der Verbrauch – natürlich abhängig von der Fahrstrecke – bei etwa fünf Litern ein. Macht man das nicht, wird es deutlich mehr – in unserem Test knapp elf Liter.

Zweimal muckte unser S60 im Test auf. Einmal fiel die Heizung aus, am nächsten Tag funktionierte sie wieder. Und einmal machte das Auto offenbar eine Art Reset, jedenfalls waren beim Einsteigen plötzlich Sitz und Head-up-Display verstellt.

Innen bietet der S60 nobles Ambiente. Die Steuerung von Navi und Entertainment erfolgt über einen zwölf Zoll großen Bildschirm, es gibt jede Menge Assistenten – der Notbremsassistent City Safety erkennt übrigens auch Großtiere, was nicht nur bei Elchen in Schweden hilfreich ist, sondern auch bei Rotwild in der Brunftzeit in Tirol –, die Beinfreiheit im Fonds ist großzügig. 

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