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X3/Sorento/NX/CX-60/XC60: Vergleichstest

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Mazda drängt mit dem neuen CX-60 ins Segment der Mittelklasse-SUV. Gleichzeitig ist der durchgestylte Newcomer der erste Plug-in-Hybrid der japanischen Traditionsmarke. Erster Härteprüfung im Vergleichstest gegen BMW X3, Kia Sorento , Lexus NX und Volvo XC60.

BMW X3, KIA SORENTO, LEXUS NX, MAZDA CX-60 UND VOLVO XC60 IM VERGLEICHSTEST

Der neue Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV 2.5 AWD trifft im Vergleichstest auf die Hybridkonkurrenten BMW X3 xDrive30e, Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid, Lexus NX 450h+ AWD und Volvo XC60 T6 Recharge AWD. Beginnen wir den Vergleich mit dem bereits seit 2017 gebaute BMW X3. Dieser muss sich im Spätherbst eine Elektrifizierung gefallen lassen. Nachträglich wohlgemerkt, wovon der Kofferraum zeugt, der mit höhergelegtem Ladeboden samt unschöner doppelter Ladekante ein wenig Kompromissbereitschaft verlangt, weil die Antriebsbatterie unter der Rückbank den Tank auf die Hinterachse verdrängt hat. Davon abgesehen gibt es in puncto Platz jedoch keine weiteren Einschränkungen. Zwar geht es im Konkurrenten Kia Sorento vor allem auf der Rückbank deutlich geräumiger zu. Doch kneifen tut der BMW X3 auch als Plug-in-Hybrid weder vorn noch im Fond. Gewohnt gut ist zudem die hohe Verarbeitungsqualität, die in diesem Testumfeld sonst lediglich vom Volvo XC60 erreicht wird. Mit seiner besonders gut gedämmten und extrem verwindungssteifen Karosserie unterstreicht der Bayer allerdings, dass ihm der Premiumanspruch noch tiefer in den Knochen steckt. Besser als bei seinen vier Konkurrenten gelingt im BMW X3 zudem die Bedienung. Weiterhin lässt sich das System hervorragend – auch während der Fahrt – mittels Dreh-Drück-Steller bedienen. Und dank des besonders scharf projizierenden Head-up-Displays lassen sich Navigationsanweisungen nahezu perfekt von der Windschutzscheibe ablesen. Dazu beherrscht das Infotainmentsystem die Verarbeitung von Sprachbefehlen aufgrund seines komplexen Verständnisses herausragend gut.

DER BMW X3 XDRIVE30E PREISLICH IN DER MITTE

Seine vielen Qualitäten machen den BMW X3 xDrive30e übrigens trotzdem nicht zum teuersten Auto in diesem Vergleichstest. Der Lexus NX 450h+ AWD und der Volvo XC60 T6 Recharge AWD liegen in der bewerteten Ausstattung deutlich über dem BMW, weshalb sich der X3 hier preislich unauffällig in der Mitte einsortiert. Gleiches gilt für den Antrieb, zumindest hinsichtlich Fahrleistungen und Effizienz. Messbar fixer gehen nämlich die leistungsstärkeren Antriebe des Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV 2.5 AWD und des Schweden ans Werk. Dramatisch ins Hintertreffen gerät der BMW X3 als Zweitschwächster im Bunde beim Beschleunigen allerdings auch nicht. Deutlicher fallen die Unterschiede beim Verbrauch aus: Der Lexus NX benötigt im Durchschnitt immerhin 1,2 Liter weniger Benzin pro 100 Kilometer. Dafür glänzt der Antrieb des BMW X3 mit Feinschliff. Das Zusammenspiel zwischen dem sehr kultiviert laufenden Zweiliter-Turbo, der ZF-Automatik und dem zwischen Wandler und Getriebe platzierten E-Motor findet derart reibungslos statt, dass die Passagier:innen auf den angenehm ausgeformten Vordersitzen gar nicht weiter mit der komplizierten Antriebstechnik behelligt werden. Stresslindernd wirkt sich nicht zuletzt das Fahrwerk aus. Durchaus straff, doch mit guten Nehmerqualitäten versehen, filtern Federn und Dämpfer kantige wie bucklige Unebenheiten gekonnt aus dem Straßenbelag. Im Vergleich zu konventionell angetriebenen X3-Modellen wirkt die Hinterachse allerdings etwas stößiger. Im beladenen Zustand minimiert sich dieser Effekt indes wieder deutlich. Dazu verrichtet das Fahrwerk auch bei Vollbesetzung einen unaufgeregten Job. Die gekonnte Abstimmung sorgt in Verbindung mit der direkten sowie präzisen Lenkung dann auch für den mit Abstand agilsten Eindruck. Selbst gegen den potenteren Volvo XC60 kann sich der BMW X3 so im Handling behaupten und sichert sich am Ende verdient den Sieg im Vergleichstest.

SOUVERÄNES FAHRGEFÜHL IM KIA SORENTO 1.6 T-GDI PLUG-IN-HYBRID

Geradliniges Design, gestreckter Radstand, wuchtige Front, massives Heck. Dahinter verbirgt sich ein Innenraum, gegen den die Interieurs der hier versammelten Vergleichstest-Wettbewerber in Sachen Platzangebot doch zu Statisten avancieren – gerade was das Raumangebot in Reihe zwei und den Gepäckraum angeht. 608 bis 1998 Liter Fassungsvermögen für Transportgut bleiben hier unerreicht. Obwohl ohne Förderung mindestens 55.940 Euro teuer, stellt der Kia Sorento 1.6 T-GDI Plug-in-Hybrid hinter dem Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV 2.5 AWD das zweitgünstigste Angebot dar. Ähnlich wie der Japaner ist der Kia dennoch ein üppig ausgestattetes Fahrzeug, das viele Komfort- und Sicherheitsmerkmale beinhaltet. Die ohnehin umfangreiche Assistenzausstattung lässt sich dabei noch um weiter Funktionen erweitern, etwa den hilfreichen Totwinkelwarner, der beim Blinkersetzen ein Kamerabild von der entsprechenden Fahrzeugflanke ins digitale Kombiinstrument spiegelt. Dies gibt es derzeit außerhalb des Hyundai-Konzerns nirgendwo anders. Beim Fahren bestätigt sich der massive Eindruck, den der Kia optisch hinterlässt. Er gibt auf allen Untergründen den souveränen Straßenkreuzer, der lange wie kurze Wellen hervorragend ausgleicht und auch bei schwerwiegenden Untergrundschäden satt und ruhig liegt. Mit maximalem Gewicht an Bord büßt der Asiate im Gegensatz zum BMW X3 xDrive30e zwar etwas an Schluckfreudigkeit ein, verarbeitet Unebenheiten aber allemal besser als etwa der Lexus NX und der Mazda CX-60. Reisen ist somit im gut verarbeiteten Kia Sorento auch wegen der wirkungsvollen Geräuschisolierung absolut ein Genuss. Allerdings könnten die Flächen der großzügig geschnittenen Sitze etwas straffer gepolstert sein. Auf Vergleichstest-Handlingstrecke brilliert der Kia Sorento derweil ähnlich wie der Lexus NX weniger mit übermäßigen dynamischen Talenten. Bei der Jagd nach der Bestzeit überlässt er bereitwillig dem BMW X3 oder auch dem Volvo XC60 T6 Recharge AWD das Feld. Dafür weist der Sorento in jeder Fahrsituation eine vorbildlich ausgeprägte Fahrsicherheit auf. Beim Einlenken neutral, schiebt der Koreaner beim Überschreiten seines Grenzbereichs sanft über alle vier Räder nach außen. Lastwechsel sind ihm im Gegensatz zum Mazda völlig fremd. Ein weiterer Sicherheitsfaktor: Der Kia Sorento erreicht bei kalten Komponenten die kürzesten Bremswege. Zu seinem unaufgeregten Wesen passt der Hybrid-Antrieb sehr gut. Der Verbrenner – ein 1,6 Liter großer Vierzylinder-Turbobenziner – und die Synchronmaschine arbeiten sauber zusammen und setzen den 2084 Kilogramm schweren Wagen in Kooperation mit der sanft schaltenden Sechsstufen-Automatik stets angemessen flott in Bewegung. Mit einem Null auf-Tempo-100-Sprintwert von 8,3 Sekunden ist der Südostasiate hier allerdings das Schlusslicht. Im Gegenzug ist der Kia Sorento hinter dem Lexus NX450h+ das sparsamste SUV im Testfeld. Auf unserer Testrunde genügen dem Brocken im Mittel 6,1 Liter Kraftstoff zuzüglich 6,9 kWh an elektrischer Energie für die Distanz von 100 Kilometern. Bei der rein elektrischen Reichweite erzielt der Sorento mit 51 Kilometern einen ordentlichen Wert in diesem Vergleichstest. Alles in allem ist der Kia ein ausgereiftes, sehr komfortables und geräumiges SUV, das den Premium-Fabrikaten das Leben schwer macht – Rang zwei für den Kia Sorento.

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